Scheidenpilz Test: Bei den Ersten Symptomen reagieren

Einige typische Anzeichen einer vaginalen Pilzinfektion sind ein weißer, beim Zerreiben auffällig bröckelnder, weitgehend geruchsneutraler Ausfluss aus der Scheide, verbunden mit Juckreiz. Häufig finden sich nicht abwischbare, weiße Beläge auf der Vaginalschleimhaut, die Soorbeläge genannt werden und die sich in schweren Fällen über die Vulva ausbreiten. Außerdem können Erosionen der empfindlichen Haut des Genitales auftreten. Dabei können sich die Veränderungen auch auf den Venushügel und die der Vulva angrenzenden Hautpartien, z. B. die Innenseite der Oberschenkel, ausdehnen und dort zu Ausschlägen führen. In Verbindung mit Wundheit kann es zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und Wasserlassen kommen.

Die therapeutischen Maßnahmen zur Behandlung insbesondere von andauernden oder häufig wiederkehrenden Pilzinfektionen werden in der Regel durch einen Frauenarzt vorgenommen. Bei häufig wiederkehrenden oder therapieresistenten Infektionen ist auch eine systemische Behandlung mit oral anzuwendenden Medikamenten möglich. Unter der Therapie klingen die Symptome der Infektion meist schon nach wenigen Tagen ab. Die Mitbehandlung des Partners wird heute für akute Vaginalpilzinfektionen nicht mehr generell empfohlen. In Fällen häufig wiederkehrender Infektionen kann eine Mitbehandlung jedoch durchgeführt werden, um das Risiko einer gegenseitigen Neuansteckung zu vermeiden. Da die Pilze jedoch bei fast allen Menschen zur normalen Haut- und Darmflora gehören, kann eine neue Infektion nicht ausgeschlossen werden.

Verbreitete Methoden der Selbstbehandlung beinhalten säurehaltige Tabletten oder Milchsäurebakterien, Gelen oder Suppositorien aus der Apotheke. Die Wirksamkeit zur Behandlung einer bestehenden Infektion ist aber umstritten. Der als Hausmittel häufig genannte, in die Scheide eingeführte Naturjoghurt kann die Symptome allenfalls kurz lindern. Da der pH-Wert jedoch nicht in den für das Wachstum der Bakterien erforderlichen sauren Bereich gebracht wird, bleibt die Infektion weiterhin bestehen. Die Joghurtbehandlung wird jedoch von den meisten Gynäkologen abgelehnt, da Joghurt physiologisch nicht in der Vagina vorkommt. Ebenso wurde Buttermilch lange Zeit als Hausmittel propagiert. Doch da schon seit Jahrzehnten in Deutschland Milchprodukte fast ausschließlich wärmebehandelt auf den Markt kommen, haben diese Hausmittel nicht mehr die Wirkung, die ihnen zu Urgroßmutters Zeiten zugeschrieben wurde. Trotzdem haben sie sich im Volksmund erhalten.

Entgegen den Behauptungen des Volksmundes kann man sich auf Toiletten, in Schwimmbädern oder Saunen nicht mit Vaginalpilzen anstecken. Der Grund für den zeitlichen Zusammenhang mit den Beschwerden ist in der vorübergehenden Neutralisierung des Vaginal-pH-Wertes durch chloriertes Wasser, Ausschwemmung der Säure und ähnlichem zu suchen.

 
 
 

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