Vaginalpilz: Weitere Erkrankungen des Intimbereichs

Nicht immer deuten ein Jucken der Scheide und weißlicher Ausfluss auf einen Vaginalpilz hin. Es gibt eine Reihe anderer Geschlechtskrankheiten, die ähnliche Beschwerden mit sich bringen. Wir haben im Folgenden die am meist verbreiteten für Sie zusammengefasst:

Bakterielle Vaginose

Bakterielle Vaginose, auch bakterielle Kolpitis oder bakterieller Fluor vaginalis genannt, ist keine sexuelle übertragbare Krankheit, sie wird aber durch Geschlechtsverkehr begünstigt. Wie auch der Vaginalpilz wird bakterielle Vaginose durch eine Störung des Scheidenmilieus verursacht. Normalerweise hat das gesunde Scheidenmilieu einen pH-Wert von unter 4,5. In diesem sauren Milieu können Bakterien und Keime nicht überleben, die Scheide besteht überwiegend aus „guten“ Milchsäurebakterien. Wird das Scheidenmilieu gestört und es gelangen z.B. Darmbakterien in die Vagina, besteht die Gefahr, dass es zu einer chronischen vaginalen Infektion kommt, die über einen längeren Zeitraum sogar unbemerkt bleiben kann.

Erkennungszeichen:

  • Dünnflüssiger homogener Ausfluss
  • PH-Wert in der Scheide ist größer als 4,5
  • Bei etwa der Hälfte der Betroffenen macht sich ein fischiger Geruch bemerkbar
  • Schlüsselzellen werden unter dem Mikroskop nachgewiesen

Eine bakterielle Vaginose erhöht die Wahrscheinlichkeit aufkommender Infektionen und kann beispielsweise zu einer Entzündung der Gebärmutterschleimhaut oder Entzündungen der Eileiter führen. Während der Schwangerschaft steigt mit bakterieller Vaginose das Risiko für einen vorzeitigen Blasensprung, frühzeitige Wehentätigkeit und generell Frühgeburten. Es kann auch zu Fruchtbarkeitsstörungen bei Mann & Frau kommen, bestimmte Krankheitserreger beeinträchtigen die Beweglichkeit der Spermien.

Bakterielle Vaginose lässt sich durch einen Vaginalabstrich feststellen und wird dann in der Regel antibiotisch oder mit einem Jodpräparat behandelt.

Chlamydien-Infektionen

Der Krankheitserreger Chlamydia trachomatis ist in Europa und den USA das häufigste sexuell übertragene Bakterium. In den Niederlanden und Schweden hat die Krankheit innerhalb weniger Jahre um 60 Prozent zugenommen.

In Deutschland sind etwa 4 Prozent aller Frauen von dieser Krankheit betroffen, jährlich kommt es zu ca. 500.000 Neuansteckungen. Bei Frauen, die in den letzten 5 Jahren mehr als 10 Sexualpartner hatten, sind über 10 % infiziert.

Eine Chlamydien-Infektion beginnt meist mit einer Entzündung des Gebärmutterhalses oder einer Harnröhrenentzündung. Beides verursacht kaum Beschwerden außer in einigen Fällen gelblich-klebrigen Ausfluss. Bei mindestens der Hälfte der Betroffenen kommt es im Verlauf der Krankheit zu einer Entzündung der Gebärmutterschleimhaut, die sich durch schwache Zwischenblutungen oder leichte Unterbauchbeschwerden äußern kann. Da die Beschwerden nur gering sind, gehen die meisten Frauen nicht zum Arzt.

Im weiteren Verlauf breitet sich eine unerkannte Chlamydien-Infektion unbemerkt auf die Eierstöcke und das kleine Becken aus, wo sie zu schweren Folgeerkrankungen führen kann, die beispielsweise Unfruchtbarkeit und Eileiterschwangerschaften verursachen können. In der Schwangerschaft führen unerkannte Chlamydien-Infektionen nicht selten zu Fehlgeburten oder vorzeitigen Wehen.

Doch keinen Grund zur Panik: eine diagnostizierte Infektion lässt sich problemlos mit Antibiotika behandeln. Eine Untersuchung und ggf. Therapie des Partners ist notwendig und wird empfohlen. Herpes Virus

Unter Herpes versteht man allgemein nur den Herpes simplex Typ 1 und 2. Klassisches Symptom sind Bläschen, die sich neben den Lippen und im Genitalbereich an allen möglichen Körperstellen finden lassen. Nicht selten treten auch Lymphknotenschwellungen und Fieber auf. Übertragungsweg sind Tröpfchen- und Schmierinfektionen. Eine erste Infektion wird häufig nicht erkannt. Das Virus bleibt im Körper und es kann immer wieder zu erneuten Infektionen kommen. Bei einer Erst- oder erneuten Infektion in der Schwangerschaft ist eine Übertragung des Virus auf das ungeborene Kind möglich.

Syphillis

Syphillis, die in aller Munde typische Geschlechtskrankheit, deren Symptome sich nicht nur an den Geschlechtsorganen, sondern auch überall auf der Haut und auch im Gesicht zeigen, ist seit Vorhandensein von Antibiotika therapierbar. Erste Symptome einer Ansteckung machen sich durch Geschwüre an den Schleimhäuten bemerkbar. Die Symptome sollten ernst genommen werden, da sie nach kurzer Zeit wieder verschwinden und später anhand von grippeartigen Beschwerden wie Fieber, Abgeschlagenheit oder Kopf- und Gliederschmerzen wieder auftreten.

Die Infektionskrankheit tritt überall in der Welt auf, vor allem in Gegenden, in denen Armut, mangelnde Hygiene und Drogenmissbrauch gehäuft auftreten. Es erkranken doppelt so viele Männer wie Frauen, die meisten im jungen Erwachsenenalter. Seit der Behandlung mit Antibiotika ist die Krankheit zwar drastisch zurückgegangen, dennoch sollte sie in einem frühzeitigen Stadium erkannt werden, um schwerwiegende Folgen wie beispielsweise Unfruchtbarkeit zu vermeiden.

Tripper

Tripper, auch Gonorrhoe genannt, ist die am häufigsten auftretende Geschlechtserkrankung überhaupt. Sie wird durch Bakterien ausgelöst und ist sehr ansteckend. Übertragen wird die Krankheit vor allem durch ungeschützten Geschlechtsverkehr und sie kann aufgrund der anfänglichen Symptomlosigkeit chronisch werden, zu Unfruchtbarkeit führen und sogar lebensbedrohlich werden.

Tripper führt bei ungefähr der Hälfte der infizierten Frauen zu keinerlei Beschwerden, 20 % der Männer, die an Tripper erkrankt sind, haben keinerlei Symptome. Tripper verläuft akut oder chronisch – je nach Anzahl der Keime bei Infektion, Aggressivität der Keime etc.

Männer bemerken eine Tripper-Erkrankung in den meisten Fällen zuerst an Schmerzen beim Wasserlassen. Mit fortschreitendem Verlauf der Krankheit wird das Gefühl von vielen Männern als „Glassplitter in der Harnröhre“ beschrieben. Es folgt schleimiger Ausfluss aus der Harnröhre, der von gering blass zu gelblich cremig wird. Bei der chronischen Verlaufsform kann es zu einer Infektion des Urogenitaltraktes kommen, was zu Unfruchtbarkeit und oder einer sehr unangenehmen Prostataentzündung führen kann.

Bei Frauen sind die Symptome in der frühen Phase der Krankheit noch sehr unspezifisch: karger Ausfluss oder leichte Schmerzen beim Wasserlassen werden oft gar nicht als Beschwerden wahrgenommen. Mit fortschreitendem Verlauf der Krankheit kommt es zu

Die Krankheit ist zwar durch Antibiotika gut behandel- und heilbar, es tauchen aber vor allem in den letzten Jahren immer mehr Arten auf, die resistent sind gegen bestimmte Antibiotika, so dass ein sicherer Schutz gegen die Krankheit nur durch die Anwendung von Kondomen beim Geschlechtsverkehr gegeben ist.

 

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